Was für ein packender Wettkampf bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Hannover: Kalle Ahsbahs vom TV Oberhaugstett zeigte im Neunkampf der Altersklasse M15 eine überragende Vorstellung, belohnte sich mit reihenweise Bestleistungen und schrammte am Ende denkbar knapp um einen einzigen Zähler an den Urkundenrängen vorbei.
Schon Tag eins begann vielversprechend. Nach einem starken Sprint über 100 Meter feierte Kalle im Weitsprung eine echte Premiere: Mit 6,04 Metern flog er erstmals in seiner Karriere über die Sechs-Meter-Marke. Auch beim Kugelstoßen passte die Form (Bestleistung mit 12,07 Metern), ehe er mit sehr guten 1,68 Metern im Hochsprung nach überzeugenden Leistungen auf dem 12. Platz übernachtete.
Der zweite Wettkampftag hielt das hohe Niveau. Nach einem soliden Hürdenlauf wuchs Kalle im Stabhochsprung regelrecht über sich hinaus: Er steigerte seine persönliche Bestleistung um satte 30 Zentimeter auf hervorragende 3,30 Meter. Trotzte er im Diskuswurf noch den schwierigen Bedingungen durch einen ungewohnten Belag im Diskusring mit starken 39,11 Metern, zeigte er auch beim Speerwurf trotz windiger Verhältnisse eine ordentliche Vorstellung (36,01 Meter).
Dramatisches Finale über 1000 Meter
Vor dem abschließenden 1000-Meter-Lauf wurde im Lager des TV Oberhaugstett genau gerechnet – die Chance auf Platz 8 (ab dem es bei Deutschen Meisterschaften eine begehrte Urkunde gibt) war noch greifbar nah. Die Voraussetzung: Eine deutliche Steigerung der bisherigen Bestzeit musste her. Kalle lieferte punktgenau ab: In einem fulminanten Rennen blieb er mit 2:55,70 Minuten zum ersten Mal unter der Drei-Minuten-Marke und sicherte sich souverän den Laufsieg.
Da sein direkter Mitstreiter um die Platzierung im Wissen um die knappe Wertung jedoch ebenfalls seine Bestleistung verbesserte, fehlte Kalle nach neun Disziplinen mit 5.142 Punkten die Winzigkeit von einem einzigen Zähler auf Platz 8.
Trotz des denkbar knapp verpassten Diploms überwog am Ende die große Freude: Neben einer Steigerung der Mehrkampf-Gesamtleistung um satte 180 Punkte bedeuteten die 5.142 Zähler nicht nur das Erfüllen der Landeskadernorm für 2027, sondern lösten auch direkt das Ticket für die Deutschen Hallenmeisterschaften im kommenden Jahr.
Bericht von Jonas Stepper – Foto von Frederik Postler